Hallo, mein Name ist Jan van Eyck

Seit der Fertigstellung des Altargemäldes „Das Lamm Gottes“ von Jan und Hubert van Eyck im Jahre 1432 sind Millionen Besucher aus der ganzen Welt nach Gent gereist, um dieses zu bewundern. Jedoch haben wir mehr als vierhundert Jahre lang nicht den echten Jan van Eyck betrachtet, sondern Schichten um Schichten, die über den eigentlichen Gegenstand gelegt wurden. 2020 wird das restaurierte Gemälde endlich wieder nach Hause kommen, in die St.-Bavo-Kathedrale in Gent. Sie sollten sich auf keinen Fall die Gelegenheit entgehen lassen dieses ikonische und legendäre Meisterwerk anzusehen.

Jan van Eyck war eine der Schlüsselfiguren der Revolution der Malerei, zu der es in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in den Benelux-Ländern kam.

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Mann mit rotem Turban - © National Gallery, London

Unvergleichbare Virtuosität mit dem Pinsel

Dank seiner präzisen Beobachtungsgabe und der natürlichen Wiedergabe der Realität, seiner brillanten Verwendung von Farben und seiner gekonnten Nutzung von Öl – eine Technik, die er perfektionierte – hob van Eyck die Malerei in neue Sphären. Sein Auftraggeber, der Herzog von Burgund (Philipp der Gute), sorgte dafür, dass er gut bezahlt wurde und malen konnte „wann immer es ihm beliebte“. Er wurde außerdem gebeten, einige diplomatische Besuche zu absolvieren, darunter eine Reise nach Lissabon im Jahre 1428, um die bevorstehende Heirat des Herzogs mit Isabella von Portugal zu arrangieren.

The Ghent Altarpiece (open) Sint-Baafskathedraal Gent (c)www

Der Genter Altar/ Lamm Gottes - © Sint-Baafskathedraal- Gent / © www.lukasweb.be - Art in Flanders vzw / Foto : Hugo Maertens

Begehrtes Meisterwerk

Das berühmteste Werk von Jan van Eyck ist das Altargemälde „Das Lamm Gottes“ in Gent, das für die St.-Bavo-Kathedrale in Gent angefertigt wurde. Es ist ein 12-teiliger Wandelaltar, den er zusammen mit seinem älteren Bruder Hubert, ebenfalls Maler, ausgearbeitet hat. Nach Huberts Tod 1426 vervollständigte Jan van Eyck die Auftragsarbeit 1432. Es ist das berühmteste Ölgemälde jener Zeit.

The Virgin and Child with Canon Joris Van der Paele Museum Brugge-Groeningemuseum (c)www

Madonna des Kanonikus Joris van der Paele - © www.lukasweb.be - Art in Flanders vzw / Foto : Hugo Maertens

“Das Lamm Gottes"

Seit es 1432 zum ersten Mal zu sehen war, gilt das prachtvolle Altargemälde, das 4,4 m x 3,4 m misst, als einer der schönsten Kunstschätze der Welt. Leider ist es seit seiner Installation bereits 13 Mal Straftaten zum Opfer gefallen und wurde schon sieben Mal gestohlen. Den letzten Diebstahl gab es am 11. April 1934. Zwei Teilplatten des Werks wurden gestohlen: „Johannes der Täufer“ und „Die gerechten Richter“. Damals wurde ein Lösegeld in Höhe von einer Million belgischer Francs gefordert. Eine Platte, die von „Johannes dem Täufer“, wurde als Zeichen des guten Willens von dem Eindringling zurückgegeben, aber Geld floss nie. Somit fehlt das letzte Puzzleteil bis heute.

Im STAM, dem Stadtmuseum von Gent, können Besucher den Diebstahl der Seitenplatten des Altargemäldes von Gent nachverfolgen und versuchen, herauszufinden, wo das fehlende Panel, „Die gerechten Richter“, wohl zu finden sein könnte. Es ist noch immer ein Rätsel, und die Jagd nach dem fehlenden Teil geht immer noch weiter.

Portrait of Margareta van Eyck Onze - Lieve- Vrouwekathedraal Antwerpen (c) www

Portrait der Margaretha van Eyck - © www.lukasweb.be - Art in Flanders vzw / Foto : Hugo Maertens

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Der Genter Altar/ Lamm Gottes (Die singenden Engel) - Sint-Baafskathedraal- Gent - © www.lukasweb.be - Art in Flanders vzw